Forschungsförderung der SHGZMK 2026 —
10.000 Euro für die Zahnmedizin!
Die Schleswig-Holsteinische Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hat 2026 erstmals und einmalig einen Förderpreis in Höhe von 10.000 Euro ausgeschrieben. Mit dieser Förderung möchte die SHGZMK ein Zeichen setzen: Wir investieren in die Forschung vor Ort — in Forschung, von der am Ende die Praxis und die Patientinnen und Patienten in Schleswig-Holstein profitieren.
Antragsberechtigt waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der vier Zahnkliniken der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Ausdrücklich erwünscht waren klinikübergreifende Projekte, die den interdisziplinären Charakter unseres Faches abbilden. Die Gutachter bewerteten zwei Projekte als gleichwertig zur Förderung. Der Vorstand hat deshalb die Fördersumme geteilt: Beide Arbeitsgruppen erhalten jeweils 5.000 Euro. Die Preisträger wurden im Rahmen der 76. Wissenschaftlichen Tagung bekanntgegeben und werden auf unserer Jahrestagung am 2. Oktober 2027 vorgestellt. Wir gratulieren beiden Arbeitsgruppen herzlich.
ZABEL — Zahngesund besser lernen
Digitale Prävention für gesunde Kinderzähne in Schleswig-Holstein
Karies ist weiterhin die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, und sie ist ungleich verteilt: Betroffen sind vor allem Kinder aus sozioökonomischen Risikogruppen, die zahnärztliche Vorsorgeangebote seltener wahrnehmen. Ein Kernproblem dabei ist die Unsichtbarkeit des Befundes. Zahnbeläge und kariöse Läsionen sind für Kinder und Sorgeberechtigte nicht erkennbar, ein Behandlungs- oder Präventionsbedarf bleibt lange unentdeckt.
ZABEL setzt genau hier an und geht dorthin, wo die Kinder sind: in die Schule. An drei Kieler Perspektivschulen werden Schülerinnen und Schüler ab der ersten Klasse mit dem Intraoralscanner untersucht. Die farbigen 3D-Darstellungen machen den Befund unmittelbar sichtbar — Aufklärung erfolgt damit nicht nur mündlich, sondern auch visuell. Die randomisierte Cross-over-Studie mit rund 250 Kindern prüft, ob dieses Sichtbarmachen das Verständnis für den zahnmedizinischen Befund verbessert, im Schulalltag praktikabel ist und langfristig die Inanspruchnahme präventiver und kurativer Versorgung fördert.
Antragstellerinnen und Antragsteller: Prof. Dr. Maximiliane Schlenz-Helmke, Dr. Antje Geiken, Prof. Dr. Christof E. Dörfer, Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang und Prof. Dr. Sinan Şen.
PERIO-TRAC
Technology-based Risk Assessment of Cardiometabolic status in Periodontitis
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache, und der Typ-2-Diabetes als einer ihrer stärksten Risikofaktoren bleibt bei Millionen Menschen unerkannt. Gleichzeitig nehmen rund neun von zehn Erwachsenen mindestens einmal jährlich eine zahnärztliche Vorsorgeuntersuchung wahr — oft häufiger, als sie ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt sehen. Diese Reichweite wird bislang nicht zur Früherkennung systemischer Erkrankungen genutzt.
PERIO-TRAC will das ändern und validiert ein Screening-Panel, das sich chairside erheben lässt: u.a. parodontaler Status, Karotiskalzifikationen im OPG, Messung der Advanced Glycation Endproducts (AGE) über die Haut, FINDRISK-Fragebogen und HbA1c. Ziel ist ein praxistaugliches Diagnostik- und Überweisungsinstrument im Sinne einer Precision Prevention Dentistry zu entwickeln.
Antragstellerinnen und Antragsteller: PD Dr. Miriam Cyris, Dr. Simone Sutor, Prof. Dr. Dominik Schulte und PD Dr. Dr. Juliane Wagner.




