Geschäftsführender Direktor der Mund-, Zahn- und Kieferklinik der Universität Heidelberg

  • 1980-1985 Studium der Zahnmedizin an der Universität in Würzburg
  • 1986-1989 Wissenschaftlicher Assistent an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Parodontologie) und der Universität Regensburg
  • 1989-1991 Oberarzt der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik der Universität Regensburg
  • 1991-1998 Oberarzt an der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik der Ludwig-Maximilians-Universität München, Leitung des Bereichs Funktionsdiagnostik und –therapie und der Vorklinik
  • 1994 Habilitation
  • 1998-2001 C3-Professur und Leitender Oberarzt der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde an der LMU München
  • 1999 Gastprofessor University of Washington in Seattle (Department of Oral Medicine)
  • seit 2001 Ärztlicher Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität Heidelberg
  • 2004-2010 Studiendekan für Zahnmedizin der Universität Heidelberg
  • 2008-2010 Präsident der Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten
  • seit 2011 Geschäftsführender Direktor der Mund-, Zahn- und Kieferklinik der Universität Heidelberg

 

Strategische Pfeilervermehrung im reduzierten Lückengebiss - Konzepte und Prognose der Prothesen und der Implantate

Die Kombination von Implantaten und natürlichen Pfeilerzähnen unter einer prothetischen Suprastruktur galt im letzten Jahrzehnt als kostengünstige aber risikoreiche Alternative zu rein Implantat gestützten Versorgungen. Einigen stark beworbenen Versorgungskonzepten mit herausnehmbaren oder verschraubten Prothesen (z.B. All-on-Four) stehen natürliche Pfeilerzähne sogar im Weg.

Andererseits können im stark reduzierten Restgebiss durch gezielte Implantationen, die mit einer Vergrößerung des Unterstützungsfeldes einhergehen, maßgebliche funktionelle Verbesserungen der Prothesen unter Erhalt des Restgebisses erreicht werden. Das Verankerungselement der Wahl ist hierfür die Doppelkrone, wobei intra-oral verklebte Galvano-Sekundärkronen eine spannungsfreie Integration von Implantaten und Pfeilerzähnen erlauben.
Um die Effekte einer kombinierten Verankerung von Prothesen zu überprüfen, wurde die Prognose dieser Konstruktionen anhand von 86 kombiniert Zahn/Implantat gestützten Prothesen im Vergleich zu 53 rein Implantat gestützten Teleskopprothesen in einer prospektiven Studie überprüft. Dabei ergaben sich ausgezeichnete Überlebensraten für beide Prothesentypen von ca. 95% nach einer mittleren Beobachtungsdauer von 4,2 Jahren. Dem steht jedoch eine relativ hohe Komplikationsrate gegenüber, die vor allem durch Verblendabplatzungen, Kunststoffverschleiß und auch einzelne Pfeilerverluste verursacht wurde. Zur Komplikationsprophylaxe kann der Verzicht auf okklusale Verblendungen empfohlen werden.

Zusammenfassend führt die Kombination von Implantaten und natürlichen Pfeilerzähnen unter herausnehmbaren Prothesen zur Reduktion der Invasivität und der Behandlungskosten, ohne die Prognose der Implantate oder der Prothesen zu verschlechtern.